Das Dorf entstand in der Epoche des Spätbarocks (1700-1780). Im Barock wurde der Bau idealer Städte von absolutistischen Herrschern gewollt und gefördert. Die Stadt wurde als rational durch kalkuliertes funktionelles, einheitliches Gesamtkunstwerk betrachtet. Ein Charakteristikum ist die Regelmäßigkeit des vorwiegend symmetrisch-polygonalen Plans, oft in Fortführung von Ideen Vitruvs. [Koch]

Als ein dem Kaiser unmittelbar unterstelltes Kronland (1718 - 1778), wurde der Absolutismus der Habsburger Monarchie zum entscheidenden Motor barocker Raumgestaltung in der neuen Provinz Banat. Für die Habsburger Monarchie bot das durch Krieg stark zerstörte und entvölkerte Banat ein willkommenes Experimentierfeld. Hier konnten ohne nennenswerte Widerstände und zunächst auch ohne hohe Kosten Ideen verwirklicht werden, die den Bereichen des Absolutismus, des staatlichen Zentralismus und der Wiener Spielart des Merkantilismus - dem Kameralismus - entsprangen. Wurden anderswo in erster Linie Städte umgestaltet und damit barocke Gesamtkunstwerke geschaffen, konnten sich die Habsburger Herrscher im Banat eine ganze Landschaft zum Denkmal setzen. Die theresianischen Dorfgründungen (1763-1772) wurden nach vorgefassten Dorfplänen von Ingenieuren vermessen und ohne Rücksicht auf die natürliche Geländeform angelegt. So ordneten sich die einzelnen Straßenzeilen nicht der Landschaft unter, sondern folgten der geplanten, abstrakten geometrischen Figur. Die Dorfpläne wurden von Provinzialingenieuren, Artillerieoffizieren und Fortifikationsbaumeistern im Auftrag der jeweils zuständigen Zentralstelle in Wien oder der Landesadministration in Temeswar angefertigt. [Volkmann]

Der Dorfplan Charlottenburgs wurde in Wien von Ludwig Reischl angefertigt: delineavit Ludovicus Reischl [Griselini, Teil 2, Tafel 1].
Es waren 32 Hausplätze geplant mit 4 Zufahrten genau nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet. Die Nord und West Straßen sind erhalten geblieben. Die Südstraße ist an einem größeren Hausplatz zu erkennen. Selbst die 8 Hausplätze zwischen den Straßen sind noch erkennbar. Der Innendurchmesser beträgt ca. 210 m. Das sind ziemlich genau 111 Wiener Klafter!

Griselini [Griselini, Teil 1, Seite 187] schrieb im Jahre 1780: "Die Anlage von Charlottenburg, welches einen Kreis um eine, im Mittelpunkte befindliche Maulbeerpflanzung macht, will mir besonders gefallen". Der folgende Grundriß ist Griselinis Buch entnommen. Weitere alte Karten sind unter dem Menü Urbarium zu sehen.

Alter Ortsplan


Über diese Anlage schreibt Johann Caspar Steube am 5. März 1779 in seinem Dritten Brief aus Temeswar [Steube]:

"...Von dem...Dorfe, welches vielleicht einzig in seiner Art seyn dürfte, will ich dir eine Chorographie liefern. Im Mittelpunkte des Dorfs steht ein mit gutem Wasser und einem Dach versehener Brunnen, welcher von einer völlig zirkelförmigen Maulbeerpflanzung umgeben ist. Um gedachte Pflanzung gehet ein zirkelrunder baumleerer Platz und um denselben wieder eine Reihe Maulbeerbäume, hinter welchen die Häuser gleichfalls im Zirkel herumstehen. Jedes Haus hat einen weiten mit den nöthigen Ställen und Scheuern versehenen Hofraum, hinter demselben einen Garten, und hinter diesem einen Weinberg. Kein Haus ist einen Zoll höher als das andere, noch eins einen Schuh weiter entfernt als das andere; kurz, es herrscht in allem die schönste Symetrie: selbst die vier ins Dorf gehenden Wege haben einen gleichen Abstand von einander..."

Auch heute befinden sich noch 34 alte Maulbeerbäume im Dorf. Einige davon könnten bei der Ansiedlung gepflanzt worden sein.
Es wurde erzählt, dass während oder nach dem 1. Weltkrieg, ein Doppeldecker auf einem Feld in der Nähe landete. Dem Piloten, ein Deutscher, war das Dorf aufgefallen und er wollte sehen wer in dem schönen Ort lebt.